Ich habe es geschafft. Nach Monaten des
emsigen Schreibens und Nächte der Nachbearbeitung ist meine
Abschlussarbeit nun vollendet und auch längst schon abgegeben
worden.
Im Gutachten heist es, dass das Zusammenwirken
kultureller, politischer und individueller Bedürfnisse in Indischen
Reiseberichten zwischen den beiden Weltkriegen vertiefend zu untersuchend sei.
Also vorerst kein Ende.
Schön so. Es gibt noch viel zu
entdecken: Die ersten Hare Krishnas in Deutschland, ihr Umgang mit
den Repräsentanten des Nationalsozialistischen Systemes, das
Interesse Deutschland an indischer Philosophie und anderes.
Was immer wieder in Momenten der
Recherche in Katalogen, beim Sichten von Literatur oder Notieren von
Interessanten in meine Gedanken drängt, ist die Frage, was von diesem
Wissen wirklicht Bestand hat?
| Wie beständig ist Wissen? |
Im Grunde ist Wissen, das über unsere
Sinnesorgane aufgenommen und durch unseren Intellekt geschlossen
wurde, immer mit gewissen Fehlern behaftet: Unsere Sinne können
getäuscht werden, wir schließen falsch, wir versuchen unsere
Argumente entgegen anderer (vielleicht besserer) nach vorn zu stellen
und wir haben die Tendenz unsere Unfähigkeit, gern zu verbergen.
Viel Wissen kann durch den
demokratischen Diskurs geschöpft werden, aber den Anspruch einer
ultimativen Absolutheit kann nicht vertreten werden. Man sucht immer
noch nach der Weltformel.
(Wikipedia:
Eine Weltformel, oder eine Theorie von Allem (TOE, Theory Of
Everything) ist eine hypothetische Theorie
der theoretischen
Physik und Mathematik,
die zusammen alle bekannten physikalischen Phänomene erklären und
verknüpfen soll.)
| Vedavyasa schrieb die Veden nieder |
Spirituelles
Wissen, wirkliches Wissen, wenn wir uns auf die ewige Seele im
Gegensatz zu zeitweiligen Wissen, das sich auf den groben oder feinen
Körper bezieht,beziehen, funktioniert anders. Wissen von der Seele oder Gott
kann der Bhagavad Gita folgend nicht von uns erzeugt werden. Es ist
immer da, nicht immer uns zugänglich aber stets vorhanden. Krishna
beschreibt sich in der Bhagavad Gita als derjenige, welcher das
Wissen selbst ist, Wissen dem Lebewesen gibt und es auch wieder
nehmen kann.
Um
das Wissen von der Identität der Seele zu bringen erscheint er
selbst in den verschieden Inkarnationen bzw. sendet er ermächtigte
Personen.
| Krishna unerweist Arjuna auf dem Schlachtfeld. |
Strebt
man nach spirituellem Wissen sollte man nicht eigenen Vorstellungen nachhängen sondern eine verwirklichte Person (wer das ist und wie die
Person sich verhält lässt sich in der Bhagavad Gita nachlesen)
fragen. In der eigenen Anwendung dieses Wissens kann die eigentliche,
spirituelle Identität erfahren werden.
Wissen
das nicht auf der Identität der Seele fußt wird immer neu generiert
und bleibt nur für eine gewisse Zeit und gewisse Umstände gültig.
So
hat auch jede wissenschaftliche Arbeit ihre Grenzen und Bedingungen,
unter denen sie funktioniert.

