Srila Prabhupada und die ISKCON


Es ist schwer eine so vielseitige und tiefgründige, heilige Persönlichkeit wie Srila Prabhupada in ein paar Worten auf einer Blogseite zu präsentieren. Dennoch möchten wir gern unser Bestes versuchen, z.B. indem wir von Zeit zu Zeit Auszüge aus der Sammlung "Prabhupada Nektar" auf unserem Blog veröffentlichen; ein Buch von Satsvarupa Dasa Goswami, in dem viele Erinnerungen an und Begebenheiten mit Srila Prabhupada von seinen Schülern gesammelt worden sind. Zur Einleitung sollen diese Worte dienen:

"Nach einem Vers aus dem Srimad Bhagavatam, kann einen schon der kleinste Kontakt mit einem reinen Gottgeweihten zur Stufe der Perfektion des menschlichen Lebens führen. Srila Prabhupada befreite viele Seelen von Illusion, manchmal nur mit seinem barmherzigen Blick. Die Menschen, die seine Segnungen erhielten, erlebten solche Momente auf sehr persönlich Weise; doch Srila Prabhupada konnte solch persönliche Segnungen sogar geben, während er sich vielen Menschen gleichzeig zuwandte.
[...]
Durch seine Unterweißungen, seine Bücher, seine Mission und durch andere Devotees förderte Srila Prabhupada unablässig das Verständnis über die ewige Beziehung eines Schülers mit seinem Guru und mit Krishna. Nach Srila Prabhupadas Verlassen dieser Erde ist seine Gemeinschaft noch immer auf die selbe Weise erreichbar, vorrausgesetz, der Nachfolger ist ihm ergeben. So antwortete Srila Prabhupada einst zu einem Schüler, welcher fragte, ob der spirituelle Meister im Herzen sei: "Ja, wenn du mich einneinlässt""
(aus "Prabhupada Nektar" von Satsvarupa Dasa Goswami, S.80)


FilmTip: Prabhupada - Ein spiritueller Botschafter

Die folgenden Texte sind von der Seite "Krishna is cool.de":

H
underte von Jahren vergingen, in denen sich Sri Chaitanyas gläubige Anhänger um die Verbreitung Seiner Mission bemühten. Sie standen jedoch immer noch vor dem Rätsel, wann und auf welche Weise die kühne Voraussage des Herrn wohl in Erfüllung gehen werde. Dann, am 13. August 1965, nur wenige Tage vor seinem neunundsechzigsten Geburtstag, machte sich Abhay Caranaravinda Bhaktivedanta Swami auf den Weg nach Amerika, um sein Bestes zu versuchen, etwas in dieser Sache auszurichten. Eine indische Reederei gewährte ihm auf sein Bitten hin freie Überfahrt, und so begann er seine Reise als einziger Passagier auf der Jaladuta, einem kleinen, alten Frachtschiff. Sein ganzer Besitz bestand aus einem Koffer, einem  Schirm, einem kleinen Getreidevorrat, indischer Währung im Wert von etwa sieben Dollar und einigen Bücherkisten.Als die Jaladuta siebenunddreißig Tage später im New Yorker Hafen ankam, war Bhaktivedanta Swami völlig allein. Er war nach Amerika gekommen, ohne dort irgend jemanden zu kennen, ohne jede Aussicht auf einen Lebensunterhalt, nur mit den wenigen Habseligkeiten, die er mitgebracht hatte. Er war kein junger Mann mehr, er hatte kein Geld, keine Freunde, keine Anhänger; er hatte nicht einmal eine Prabhupadagenaue Vorstellung, wie er sein weitgestecktes Ziel erreichen sollte: das spirituelle Wissen der vedischen Kultur in der gesamten westlichen Gesellschaft bekanntzumachen. In einem  bengalischen Gedicht, das er unmittelbar nach seiner Ankunft schrieb, bekundete Bhaktivedanta Swami sein ergebenes Vertrauen in den Herrn und in die Anweisung seines spirituellen Meisters, Krishna-Bewußtsein in der englischsprachigen Welt zu verbreiten:
„O Krishna, mein lieber Herr. Wie soll ich ihnen diese Botschaft des Krsna-Bewußtseins verständlich machen? Ich bin ein gefallener, armseliger Nichtsnutz. Bitte gib mir Deinen Segen, so daß ich sie überzeugen kann, denn ich selbst habe nicht die Kraft dazu ... Doch wenn diese transzendentale Botschaft ihr Herz erreicht, wird ihr Leben von Freude erfüllt werden, und alles Unglück wird von ihnen weichen. Davon bin ich überzeugt ..." 
Dieses Gedicht wurde am 18. September 1965 verfaßt. Nur zwölf Jahre später, am 14. November 1977, verschied Bhaktivedanta Swami im Alter von 81 Jahren. Was geschah in diesen zwölf Jahren? Was konnte Bhaktivedanta Swami in dieser kurzen Zeit vollbringen, nach einem Anfang aus dem Nichts und in einem Lebensalter, in dem die meisten den Ruhestand vorziehen? - Seine Errungenschaften sind in jeder Hinsicht erstaunlich.

 
Prabhupadas BücherIn Kürze: Zwischen 1965 und 1977 hatte Seine Göttliche Gnade A.C. Bhaktivedanta Swami, von seinen Schülern liebevoll Prabhupada genannt, die Lehre des KrsnaBewußtseins in jeder Großstadt der Welt bekanntgemacht und eine internationale Gesellschaft mit Tausenden von engagierten Mitgliedern aufgebaut. Auf sechs Kontinenten gründete er 108 Tempel, und er umrundete zwölfmal die Erde, um seinen wachsenden Verpflichtungen und den vielen Einladungen aus aller Welt nachzukommen. Doch damit nicht genug: Prabhupada verfaßte außerdem 51 Bände mit Übersetzungen und Kommentaren der vedischen Literatur Indiens und veröffentlichte sie in 28 Sprachen. Millionen dieser Bücher wurden auf der ganzen Welt verteilt. Er hielt Tausende von Vorträgen, schrieb Tausende von Briefen und führte Tausende von Gesprächen, mit Anhängern, Bewunderern wie auch mit Kritikern. Srila Prabhupada gewann die Hochachtung Hunderter von bekannten Gelehrten und bedeutenden gesellschaftlichen Persönlichkeiten, die seinen Beitrag zu Religion, Philosophie und Kultur aufrichtig wertschätzten.
 

Dieser Text kann natürlich nicht ausführlich beschreiben, wie Srila Prabhupäda in nur zwölf Jahren solche Erfolge erzielte. Die folgenden Zeilen werden jedoch einen kurzen Einblick in Sein Wirken und seine Lehren geben.

Seine Bewegung

Prabhupada im Park in New York

S
rila Prabhupada war im September 1965 in New York angekommen. In seinem Kampf, seine Bewegung für Gottesbewusstsein aufzubauen, war er im ersten Jahr völlig auf sich allein gestellt. Er führte ein einfaches Leben, hielt Vorträge, wann und wo immer er die Gelegenheit dazu erhielt, und weckte allmählich etwas Interesse an seinen Lehren. Im Juli 1966 war Srila Prabhupada noch immer allein von einem unbedeutenden New Yorker Ladenlokal aus tätig, und doch gründete er eine spirituelle Gesellschaft, der sich Menschen aus aller Welt anschließen sollten. Er nannte sie die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON).
Zur Zeit der Gründung Prabhupada verbrachte die erste Zeit in New York und war völlig auf sich allein gestellt.hatte Srila Prabhupada noch nicht einmal einen einzigen ernsthaften Anhänger gewonnen. Doch das hielt ihn nicht davon ab, aus der kleinen Gruppe der regelmäßigen Besucher seiner Abendvorträge Freiwillige als erste ISKCON-Treuhänder einzusetzen. Das war damals. Heute umfasst die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein mehr als 300 Tempel, Farmgemeinschaften, Schulen und Restaurants, und ihre Gemeinde zählt Millionen.


Ziel und Zweck der ISKCON

Krishna-Bewusstsein ist kein neuer sektiererischer Glaube. Es ist eine im praktischen Leben anwendbare Wissenschaft spiritueller Werte und Ideale, die in den vedischen Schriften des alten Indien umfassend erläutert wird. Das Ziel der Bewegung für Krishna-Bewusstsein ist es alle Menschen der Erde mit diesen allgemeingültigen Grundsätzen vertraut zu machen, damit sie höchsten Nutzen daraus ziehen können:
Prabhupada mit seinen SchülernSpirituelle Erkenntnis, Einigkeit und Frieden. Als wirksamste Methode der Selbsterkenntnis empfehlen die vedischen Schriften für unser Zeitalter, immer über den allgütigen höchsten Herrn zu hören, Ihn zu verherrlichen und sich an Ihn zu erinnern. Der Herr ist unter vielen Namen bekannt. Einer dieser Namen ist „Krishna“ mit der Bedeutung „der Allanziehende“, ein anderer ist „Rama“, „der Quell aller Freude“, und „Hare“ bezieht sich auf die unbegreifliche Energie des Herrn.
Die ISKCON-Mitglieder folgen der vedischen Empfehlung, und so kann man sie immer chanten sehen: Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare, Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare. Dieser erhabene Lobpreis, der uns durch den Klang der Gottesnamen in direkten Kontakt mit Ihm bringt, lässt uns allmählich zu unserer ursprünglichen Beziehung zu Gott erwachen.
In erster Linie möchte die ISKCON alle Menschen dazu anregen, wenigstens einen Teil ihrer Zeit und Energie dafür zu verwenden über die Taten und Eigenschaften Gottes zu hören und Ihn zu verherrlichen. Wer dieser Methode folgt, wird allmählich erkennen, daß alle Lebewesen spirituelle Seelen sind, die ewig mit dem Herrn in Dienst und Liebe verbunden sind.

Die Verteilung spiritueller Nahrung

Die ISKCON lehrt nicht nur das vedische Wissen und macht das Chanten der heiligen Namen des Herrn bekannt, sie verteilt auch kostenlos spirituelles Essen und hat zu diesem Zweck ein weltweites Programm unter dem Namen „Food for life“ ins Leben gerufen. Vegetarische Nahrung, die zuerst dem Herrn dargebracht wurde, läutert das Herz und den Geist und hilft, das ursprüngliche Gottesbewußtsein allmählich wieder zu erwecken.

Seine Lehren

Prabhupada hat jeden Tag in den frühen Morgenstunden hunderte von Passagen Sanskrit ins Englische übersetzt, ein Meisterwerk ohnegleichen.
T
rotz vieler anderer Verpflichtungen arbeitete Srila Prabhupada unermüdlich an seinen Büchern. Oft bezeichnete er sein Werk, die alten vedischen Schriften zu übersetzen und zu erläutern, als sein ein und alles. Im Jahr 1970 gründete Srila Prabhupada den Bhaktivedanta Book Trust, der heute der größte Verleger vedischer Literatur ist. Im vergangenen viertel Jahrhundert haben Millionen Menschen wenigstens eines von Srila Prabhupadas Büchern gelesen und dadurch eine echte Bereicherung in ihrem Leben erfahren. Im Folgenden lesen Sie eine kurze Einführung in das spirituelle Wissen, das Sie in diesen Büchern erwartet.

 

Die Bedeutung der menschlichen Lebensform

Es gibt viele Lebensformen auf unserem Planeten: unbewegliche Arten wie Bäume,und andere Pflanzen sowie eine gewaltige Anzahl Wasserlebewesen, Insekten, Vögel und Säugetiere. Auch der Mensch gehört zu diesen vielfältigen Lebensformen, doch selbst ein flüchtiger Beobachter müsste zustimmen, daß wir Menschen mit einzigartigen Fähigkeiten ausgestattet sind und uns dadurch von allen anderen Arten unterscheiden. Worin genau bestehen diese einzigartigen Fähigkeiten?
Prabhupada stellt materialistische Lebensweise in FrageDie Antwort darauf können wir mit einer Gegenfrage beginnen. Was unterscheidet ein lebendiges Wesen von einem toten Objekt? Die Antwort ist: Bewußtsein. Alle Lebewesen lassen Bewußtsein erkennen, in größerem oder geringerem Ausmaß. Deswegen bezeichnen wir sie als lebendig und nicht als tot.  Selbst bei einer kleinen Mikrobe oder einer gewöhnlichen Zimmerpflanze können wir Anzeichen von Bewußtsein feststellen, nicht aber bei einem Tisch oder einem Bleistift.Es ist ebenfalls offensichtlich, daß der Mensch das am höchsten entwickelte Bewußtsein aller uns bekannten Lebensformen hat. Diese höhere Entwicklung von Bewußtsein ist es also, die uns Menschen von allen anderen Arten auf der Erde unterscheidet.
Aber was nun macht unser Bewußtsein so verschieden von dem einer Fliege, eines Hundes oder sogar eines Affen? Diese Geschöpfe essen – wir essen auch; sie schlafen – wir schlafen auch; sie vermehren sich – wir vermehren uns auch; sie verteidigen sich – das tun wir ebenfalls. Daß wir all diese Tätigkeiten mit höherer Finesse verrichten, weist wohl auf unser höheres Bewußtsein hin, erklärt aber unsere herausragende Stellung gegenüber allen anderen Arten nicht ausreichend.
Eine zufriedenstellendere Erklärung findet sich in unserer Fähigkeit, über uns selbst und den Sinn des Lebens nachzudenken und Fragen über unser eigenes Wesen und das Wesen Gottes zu stellen. Wir können Kunst und Kultur hervorbringen und staunend über den Nachthimmel nachsinnen. Das ist keiner anderen Lebensform gegeben. Aus diesem Grund raten uns die Veden, jetzt, in der menschlichen Lebensform, danach zu fragen, wer wir sind, was das Universum ist, was Gott ist und welche Beziehung zwischen uns, dem Universum und Gott besteht. Wir sollten versuchen, die Lösung der wirklichen Probleme des Lebens zu finden: der Probleme von Geburt, Krankheit, Alter und Tod. Diese Fragen können Katzen und Hunde nicht stellen; doch im Herzen eines wirklichen Menschen müssen sie aufkommen.
 

Srila Prabhupadas Bücher offenbaren das vollkommene Wissen der Veden

Prabhupada in Deutschland

Wenn wir die Wichtigkeit dieser Art der Fragenstellung einsehen, dann ist es ganz natürlich, daß wir als nächstes wissen wollen, wo wir zuverlässige Antworten erhalten. Eines ist klar: Wenn es tatsächlich vollkommenes Wissen über das Selbst, Gott und das Universum gibt, dann muss es ein höheres Wissen sein als nur meine Meinung oder deine Meinung oder selbst Freuds Meinung, Einsteins Meinung oder die Meinung irgendeines Anderen. Da wir alle keine vollkommenen Sinne haben und da uns allen Fehler unterlaufen, sind unsere Ansichten und Themen, die jenseits unserer Erfahrung liegen, immer unsicher und relativ. Deshalb wird unser Versuch, solche Dinge durch Beobachtung und Experiment zu ergründen, nur mangelhafte Ergebnisse liefern und schließlich fehlschlagen. Sogenannte Wahrheiten, die ausschließlich auf spekulativen Überlegungen beruhen, können uns also nicht helfen, die absolute Wahrheit zu verstehen – existiert sie doch jenseits der Reichweite der unvollkommenen Sinne und des Verstandes.
Die Veden erklären: Um etwas über Dinge zu erfahren, die jenseits der Beschränkung menschlicher Wahrnehmung und Erkenntnis liegen, müssen wir uns an jemanden wenden, der diese Dinge kennt. Das transzendentale Wissen der Veden wurde zuerst vom höchsten Herrn selbst verkündet. Der Herr, das mächtigste Wesen, kann nicht unter den Einfluß irgendeiner anderen Macht geraten. Daher muß Sein Wissen vollkommen sein. Und jeder, der dieses Wissen unverändert, vermittelt dasselbe vollkommene Wissen. Wenn wir diese Prämisse wenigstens theoretisch akzeptieren, wird es uns möglich sein, vedisches Denken besser zu verstehen.
Der Gedanke dabei ist, daß das vollkommene Wissen der Veden über die Zeiten bewahrt worden ist, weil es durch eine ununterbrochene Kette spiritueller Meister weitergereicht wurde. Srila Prabhupada ist der Vertreter einer solchen Kette, einer Schülernachfolge. Diese Schülernachfolge geht über Tausende von Jahren bis zu Sri Krishna selbst zurück. Daher ist das Wissen, das wir in den Büchern Srila Prabhupadas finden, nicht verschieden von dem Wissen, das ursprünglich vom höchsten Herrn offenbart wurde. Srila Prabhupada hat keine „Wahrheiten“ erfunden. Er hat die zeitlosen Lehren der ursprünglichen Veden überbracht, ohne etwas hinzuzufügen, etwas wegzulassen oder zu ändern.
Srila Prabhupadas wichtigsten Publikationen sind die Bhagavad Gita, das Srimad Bhagavadatam und das Chaitanya-Charitamrita. Zusammen umfassen diese Werke mehr als 25 Bände und sie vermitteln die ursprüngliche vedische Wissenschaft der Gotteserkenntnis (Bhagavata-Dharma). Ihre Übersetzung ins Englische, bereichert durch ausführliche Erläuterungen, bildet den bedeutendsten Beitrag Srila Prabhupadas zum spirituellen, geistigen und kulturellen Leben der Menschheit.

Eine universale Wissenschaft der Gotteserkenntnis

Prabhupada und seine BücherDie vedischen Lehren, die in den Büchern Srila Prabhupadas vorgestellt werden, lassen sich unter drei Oberbegriffen zusammenfassen, die man im Sanskrit sambandha, abhideya und prayojana nennt. Sambandha bezeichnet unsere Beziehung zu Gott, abhideya das Handeln in dieser Beziehung und prayojana das höchste Ziel, die Vollkommenheit. Diese drei Unterteilungen stellen allgemeingültige Grundsätze dar, die alle religiösen Lehren der Welt gemein haben.
Das in Srila Prabhupadas Büchern dargestellte Wissen ermöglicht es jedem, im Verständnis von Gott Fortschritte zu machen, ohne sein eigenes religiöses, nationales oder kulturelles Bekenntnis ändern zu müssen. Die Wissenschaft davon, wie man Gott verstehen, wie man seine Beziehung mit Gott erkennen und wie man Liebe zu Gott entwickeln kann, hat nichts mit sektiererischem Glauben zu tun. Keine Religion der Welt würde diese Ziele ablehnen; vielmehr sind sie wesentliche Merkmale jeder Religion. Sicher werden in den verschiedenen Religionen verschiedene Namen Gottes bevorzugt, und auch die Arten der Verehrung und die Glaubensgrundsätze unterscheiden sich. Doch letztlich kommt es darauf an, inwieweit der Einzelne tatsächlich Wissen von Gott und Gottesliebe entwickelt. Echte Religion bedeutet Gott lieben zu lernen. Und das ist die Quintessenz der Lehren in Srila Prabhupadas Büchern: zu lernen, wie man Gott liebt.
 

Der Unterschied zwischen dem Selbst und dem Körper

Ausnahmslos alle materiellen Erscheinungen haben einen Anfang und ein Ende. Heute sind viele davon überzeugt, daß Bewußtsein auch ein solches materielles Phänomen ist. Sie glauben, daß das Bewußtsein (das Selbst) mit dem Tod des materiellen Körpers sein Ende finde. Das ist jedoch lediglich eine Vermutung, die weder durch wissenschaftliche Beobachtung noch experimentell bewiesen werden kann.
Dennoch ist die Ansicht, das Selbst höre mit dem Körper auf zu existieren, einer der bedeutendsten Glaubensgrundsätze der heutigen materialistischen Weltanschauung – und die meisten von uns sind seit der Kindheit dazu erzogen worden, sich selbst im Sinne dieses Glaubens zu sehen. Doch nur wenige von uns haben die weltanschaulichen Auswirkungen dieser Denkart gründlich erwogen; sie führt uns unwillkürlich zu einem sinnentleerten und nihilistischen Leben.
PrabhupadaSchon die grundlegendste der vedischen Lehren steht in direktem Gegensatz zur Auffassung der modernen Naturwissenschaften über Bewußtsein und Leben. Nach vedischer Lehre ist Bewußtsein nicht von neurobiologischen Vorgängen abhängig, sondern existiert immer als eine unabhängige Realität. Die Tatsache, daß es im Körper einen bewussten Beobachter gibt, auch dann, wenn sich der körperliche und geistige Zustand verändert, weist auf die Existenz zweier Energien hin. – der spirituellen Energie (in Form des bewussten Selbst) und der materiellen Energie (in Form des vergänglichen Körpers). Die Veden erklären, daß diese am Bewußtsein erkennbare, spirituelle Energie nach dem Tod des Körpers weiterbesteht.
Wenn jeder von uns eine ewige Seele ist, die nur von vergänglichen Körpern bekleidet wird, dann können wir mit Recht schlussfolgern: Die erhabenste Tätigkeit zum Wohle aller Menschen ist es, ihnen Wissen von ihrer spirituellen Identität zu vermitteln, das sie zu ihrer verborgenen Beziehung zu Gott erwachen lässt. Diese Tätigkeit ist die Verbreitung von Krishna-Bewusstsein.
Genauso wie jemand, der die Kleidung eines Ertrinkenden rettet, weder Ehre noch Belohnung erwarten kann, so bringt auch humanitäre Arbeit keinen Gewinn, wenn sie ausschließlich darauf gerichtet ist, die Lebensumstände des materiellen Körpers zu verbessern, der unvermeidlich alt wird, krank wird und am Ende stirbt.
Im Srimad Bhagavatam erklärt Srila Prabhupada dazu: „Das wirkliche Selbst existiert außerhalb des grobstofflichen Körpers und des feinstofflichen Geistes. Es ist die treibende Kraft für Körper und Geist. Wer nur für die Befriedigung von Körper und Geist sorgt und die Bedürfnisse der schlummernden Seele nicht kennt, kann nicht glücklich sein...
Die Bedürfnisse der Seele müssen erfüllt werden. Wenn man den Bedürfnissen eines Vogels gerecht werden will, reicht es nicht nur seinen Käfig zu reinigen. Liebe zu Gott ist in jedem latent vorhanden... Deshalb müssen wir so handeln, daß unser spirituelles Bewußtsein erweckt wird. Das ist nur möglich, wenn wir über die göttlichen Taten des höchsten Herrn hören und über sie sprechen. Somit ist jede Beschäftigung, die einem nicht dabei hilft, am Hören und Chanten der transzendentalen Botschaft des Herrn Gefallen zu finden, ... reine Zeitverschwendung.“
 

Seine Tempel


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Prabhupada in Deutschland auf Schloss Rettershofie bereits erwähnt, gehören der ISKCON weltweit über 300 Tempel, Farmgemeinschaften, Schulen und vegetarische Restaurants. In diesen Zentren halten Mitglieder jeden Tag Vorträge, preisen die heiligen Namen und geben persönliche Anleitung in der Wissenschaft des Krishna-Bewusstseins. Jedes Zentrum veranstaltet wöchentlich ein öffentliches Programm mit einem vegetarischen Festessen und mehrmals im Jahr große Festivals zu besonderen Anlässen.