Tränig hänge
im Lehnstuhl, vor mir werkelt summend das Notebook, um mich herum
funkeln funkeld der Bestand der Altphilologischen Abteilung der
Bibliothek. Im abgeblendeten Licht, zu leicht muffigem Geruch, warte
ich im wohl kühlsten Raumes des riesigen Hauses. Doch er will
einfach nicht kommen. Hin und Her wiege ich meinen Körper, um wacher
zu werden, doch keine Idee durchrauscht meine Gehirnwindungen. Noch
schlimmer. Ich bin nicht inspiriert, mein Enthusiasmus spielt im
Minusbereich. Ich starre auf den blinkenden Cursor, schließe die
Augen, bete für einen Einfall, öffne sie: nichts.
Also auf. Ich
stehe auf, laufe durch die Gänge, atme kräftig ein und aus,
versuche mehr Sauerstoff in mein Hirn zu bekommen. Dann. Genau, noch
etwas Traubenzucker, dann wird es wohl gehen. Ich setze mich wieder.
Warte. Blicke. Stiere. Nichts.
Was nun?
Ich blicke
auf, greife ein gern gelesenes, gut geschriebenes, wenig verstandenes
Buch aus der Tasche und blätter, lese.
Leichte
Freude macht sich breit, Freude über diesen diffizilen Ausdruck, der
Abstraktes greifbar macht, kompakt und exakt bleibt und ganz nebenbei
Seitenhiebe an die Konkurrenz verteilt. Wunderbar. Toll.
Mein Enthusiasmus ist zurück. Ich freue mich über die Möglichkeiten der Sprache und beobachte dazu den blinkenden Cursor. Keine Idee. Aber Freude. Also beginne zu schreiben was mir in den Sinn kommt und gehe nach und nach, ohne dass es mir ernstlich bewusst wäre, zu meinem Thema über. Dann läuft es. Der Arbeitstag ist gerettet, die Arbeit ist gerettet.
Mein Enthusiasmus ist zurück. Ich freue mich über die Möglichkeiten der Sprache und beobachte dazu den blinkenden Cursor. Keine Idee. Aber Freude. Also beginne zu schreiben was mir in den Sinn kommt und gehe nach und nach, ohne dass es mir ernstlich bewusst wäre, zu meinem Thema über. Dann läuft es. Der Arbeitstag ist gerettet, die Arbeit ist gerettet.
Langsam wird
mir klar, was für den Suchenden und Praktizierenden gleichfalls
notwendig ist: Gemeinschaft. Wir brauchen Menschen, die uns
inspirieren, denen wir folgen wollen, die unser Denken anstoßen.
Doch treffen muss man sie nicht immer leibhaftig. In Büchern,
Videos, Zitaten oder Audioaufnahmen findet man sie ebenso. Uns
bleibt die Entscheidung übereignet, wessen Gemeinschaft wir suchen.
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