Warum geht es nicht voran?


Srila Bhaktisiddhanta Sarasvati Thakura
Bhaktisiddhanta Sarasvati Thakura erzählte zu diesem Problem die nun folgende Geschichte:

Eine Hochzeit stand auf den Plan und ein größerer Teil der Familie musste, um zur der am Morgen des nächsten Tages stattfindenden Hochzeit zu kommen, in der Nacht mit einem Boot den Fluss herunter fahren. So bestiegen sie kurz nach Sonnenuntergang das Boot, welches vom Fährmann durch diese tiefschwarze Nacht manövriert wurde. Der Schiffer ruderte die ganze Nacht aus vollen Kräften den Fluss herunter.

Bevor das erste Licht den Tag ankündigen konnte, standen die Hochzeitsgäste auf und zogen sich ihre edlen Kleider an, welche sie nur für dieses Fest gekauft hatten. Doch als das Licht die Umgebung des Bootes sichtbar werden ließ, gerieten sie in Verwunderung.


Sie standen am bekannten Anlegesteg ihres Dorfes. Sie waren keinen Meter voran gekommen. Sie blickten verwirrt um sich und fanden den Schuldigen bald: der Anker. In aller Eile hatte der Schiffer vergessen den Anker zu heben. So war er nun die ganze pechschwarze Nacht hindurch umsonst gerudert.

Bootfahren in Indien

Diese kleine Geschichte zeigt uns einiges bildlich auf.

Die Nacht ist unsere Unwissenheit, wir können unsere Umgebung nicht so wie sie wirklich ist wahrnehmen.

Der Fluss ist der Vorgang des Krishna-Bewusstseins, folgt man ihn wird man durch die Kraft der von ihm ausgehenden Strömung weiter geführt.

Der Schiffer zeigt unsere Anstrengungen, die wir auf uns nehmen um voran zu kommen.

Die Hochzeitsgesellschaft zeigt wie wir unsere Kleidung, also unsere oberflächliche Erscheinung, verändern.

Der Anker sind unsere Verlangen, also Lust nach der Befriedigung unser eigenen Sinne. Damit einher geht die Vorstellung, dass ich der einzige Genießer dieser Schöpfung bin und der Unwille den eigentlichen Genießer anzuerkennen.

Da erst durch die Lichtung des Ankers der Fluss ernsthaft befahren werden kann, sollten unsere Bemühungen sich auf die Hebung dieses sehr schweren Gegenstandes richten. Unsere Anstrengungen sollten sich auf die Abschaffung der egozentrischen Triebfedern richten. Durch eine demütige Haltung und dem Wunsch für das Wohl anderer zu handeln (vor allem zur Freude Gottes) können wir den Fluss bald befahren.

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