Unterwegs zurück


Also da stapfen wir durch die Gegend. Der Hunger plagt unseren Körper und das regnerische Wetter setzt unserer Stimmung zu. Einzig die Aussicht auf ein warmes,ruhiges und sonniges Plätzchen lässt uns unseren Schritt den Berg hinauf setzen.

Da Orientierung noch nie meine Stärke war, lautete mein Vorschlag: „Hinter diesem Felsen links, man konnte den Weg, der hinter dem Fels abbog, von unten doch gut sehen.“

Ich traute meinen Sinnen und meinem Gedächtnis. Nicht nur dass meine Augen mir nicht immer die ganze Wahrheit zeigen konnten, mein Gedächtnis behielt nicht alles bei sich. Mein Vorschlag resultierte aus einer lückenhaften Erinnerung, auf Basis einer schlechten Wahrnehmung. Daneben stellte ich meinen Vorschlag auch präziser dar, als er wirklich war.

Weiter am Fels vorbei, bergan.

„Der Gipfel müsste gleich dahinten liegen“, hörte ich mich gegen den Wind rufen.

Ich versicherte mich nicht mit Kompass und Karte, sondern stieg weiter meiner Route folgend auf.

Wir verfehlten den Gipfel und verbrachten eine kalte Nacht an einem Ort in einem klapprigen Zelt. Wären wir einem anderen Wanderer begegnet, hätte ich wohl meinen Stolz überwinden und nach dem Weg fragen sollen.

In dieser kleinen Episode verbergen sich verschiedene Wege der Wissensaneignung.

Zuerst die Erkenntnis mittels der eigenen Sinne, danach die Erkenntnis durch eigene Schlussfolgerungen und drittens die Erkenntnis durch das verwirklichte Wissen anderer.

Gerade wenn es darum geht, die absolute Wahrheit zu erkennen und nicht auf intersubjektive zeitweilige Wahrheiten zu vertrauen, ist eine tiefe Erkenntnisquelle notwendig. Die vedischen Schriften, allen voran die Bhagavad Gita und das Bhagavad Purana, geben Wissen vom Absoluten. Sie beschreiben das Absolute nicht als Etwas, sondern Jemanden. Die höchste Erkenntnis ist die Erkenntnis des Bhagavan, der höchsten Persönlichkeit Gottes.

Dieses Wissen wird durch Schülernachfolgen seit Jahrtausenden weitergegeben.
Und die Person, welche offenbartes Wissen anstatt Wissen auf Basis des eignen Sinneseindruckes und der eigenen (den Dualitäten unterworfene) Schlussfolgerungen, vorzieht, wird ihn sehen können.


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