In den vergangenen Wochen konnte man im
Himmel über den Wiesen vor den Toren der Stadt viele bunte Drachen
sehen. Viele Kinder hatten sich versammelt, um gemeinsam die Schnüre
in die Hände zu nehmen und kurz anzurennen: Die Drachen taumelten,
stürzten und stiegen auf und nieder im milden Herbstlicht.
Manchmal schien es, dass die bunten
Flieger ihrem Besitzer entwischen wollten, einmal sah ich jemanden
nach der Leine rennen, doch sie kamen nicht los, waren sie doch fest
gebunden. Ähnlich wie wir gleiten sie durch mal stärkere mal
schwächere Winde nach oben oder taumeln der Erde entgegen. Wie wir
durch unsere Wünsche nach übermäßiger Anerkennung, nach Genuss
und Kontrolle an diese sich stets verändernde Erde gebunden sind, so
können auch diese Fluggeräte, auch wenn sie so frei scheinen, nicht
entfliehen. Doch anders als Drachen, die, trennt man sie von der
Schnur, irgendwann wieder auf die Erde zurück kommen werden, können
wir, wenn wir erkennen, was uns in unserer ewigen Natur ausmacht und
dieses Wissen leben, uns vom Strick lösen ohne wiederkehren zu
müssen.
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