| Muttertagsfeier |
Am kommenden, dem zweiten, Sonntag im
Mai steht ein Feiertag ins Haus der Blumenhändler und
Süßwarenerzeuger das Herz aufgehen lässt: Muttertag. Von der
amerikanischen Methodistin Anne Marie Jarvis als Andenken ihrer
verstorbenen Mutter als 'Memorial
Mothers Day Meeting' zum
ersten Mal 1907 begangen, entwickelte sich dieser Tag zu einem
internationalen Feiertag, welcher in Deutschland vom Verband
deutscher Blumengeschäftsinhaber 1922/23 mit Schaufensterplakaten
„Ehret die Mutter“ etabliert wurde.
Doch
können Blumen und Pralinen reichen die Mühen einer Mutter zu
würdigen? Sicher nicht. Mit der Mutter und Mütterlichkeit verbindet
man mehr als die bloße Mutterschaft als solches. Sie ist die Person
aus welcher der neue Mensch entsteigt, sie ernährt, erzieht, gibt
Schutz und entlässt ihr Kind in seine eigene Verantwortung. Das
'Ma' in Mama, mother, maman, mater, mataji weißt
bedeutungsgeschichtlich auf die Lautgebärde hin, mit welcher Kinder
nach der müttelichen Brust verlangen. Als Symbol für diese
materielle Versorgung findet sie sich im Alltag als Mutter Natur und
Mutter Erde wieder. Dieser Idee der grundlegenden materiellen
Versorgung entspringt auch die altindische Auflistung der sieben
Mütter, die das (Über-)Leben eines Individuums sichern: die eigene
Mutter, die Amme (oder Erzieherin), die Frau des Lehrers, die Frauen
der Priester, die Frau des Königs, die Erde und die Kuh.
Die
Wertschätzung dieses mütterlichen Prinzips kann in dem Verbot der
Tötung von Kühen wiedererkannt werden.
Doch
die Anrede als 'Mataji' ist mit dem deutschen 'Mutter' von der
wörtlichen Bedeutung abgesehen nicht identisch'. Die liebevolle
Anrede 'Mama' bzw. 'Mutti' wertet 'Mutter' in Richtung einer
alternden, nicht ernstlich wertgeschätzten Person ab. Mit dem
indischen 'Mataji' sprechen sich dagegen schon Schulkinder ernst an
und verweisen damit auf die ihnen zufallenden Rolle in Gesellschaft
und Familie.
Auch
im Srimat Bhagavatam werden Mütter hoch geschätzt: Königin Kunti
formuliert wunderbare Gebete in denen sie den Wunsch nach Loslösung
darlegt, Narada Muni wurde durch die Liebe seiner Mutter am Verlassen
des elterlichen Hauses gehindert, Sukadeva Gosvami wollte nicht vor
seinem 16 Lebensjahr aus dem Bauch seiner Mutter treten, Devakis
außerordentlicher Charakter kann auch nicht von Rachegelüsten
aufgrund des Mordes ihrer Kinder verdeckt werden und dann ist noch
Yasoda.
So wie
alle hier schattenhafte Phänomene ihren reinen Ursprung im Reich
Gottes haben, so findet das Prinzip der Mütterlichkeit ihren
Ursprung bei Yasoda, Krishnas Mutter. Ihr Lebens bestimmt sich durch
Sorge um ihren Sohn, seiner Versorgung und die Erinnerung an ihn.
Sind es spitze Dornen auf die er treten könne, Dämonen die ihm
Schmerzen zufügen könnten, schlechte Butter die er bei seinen
Eltern bekommt oder die Angst vor schlechten Angewohnheiten, immer
ist die Königing von Vraja vollends um ihren Sohn bemüht. Diese
elterliche Beziehung, die als eine der vier Arten der direkten
Beziehungen zu Gott verstanden wird, wird jeden Herbst als Kartika
gefeiert. Schau und hier.
Sehen
wir die Verbindungen zwischen allen unseren Müttern mit dem Prinzip
der Mutterschaft und ihres reinem Ursprung, können wir den
unschätzbaren Wert dieser Personen schätzen.
Nachdem
seit 1914 in der Vereinigten Staaten zum Muttertag öffentliche
Gebäude beflaggt wurden, überrollte die Welle dieses wunderbar
kommerzialisierbaren Feiertages fast den ganzen Globus, so das Anne
Marie Jarvis sich als Begründerin des Muttertages von diesem
abwandte und ihr verbleibendes Leben für die Abschaffung dieses
eintrat.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen