Die Taten der höchsten Persönlichkeit Sri Krishna in Vrindavan werden im zehnten Canto des Srimad Bhagavatam beschrieben. Es ist nicht schwer die Spiele der höchsten Person mit weltlichen Augen zu betrachten, doch dies wird nicht die eigentliche Natur dieser Begebenheiten offenbaren. Um die Größe und das Wirken Gottes zu verstehen, wurden neun Teile des Bhagavatams vor diesen 'intimen' Teil gestellt. Der Leser wird so durch die neun vorangehenden Teile auf die persönlichen Spiele Krishnas vorbereitet.
Doch was tun, wenn die Lektüre des Bhagavatams noch nicht bis zum zehnten Canto fortgeschritten ist? Trotzdem einen flüchtigen Blick wagen oder es einfach vergessen, in diesem Kartikmonat über die Taten Krishnas zu lesen?
Doch zum Glück hat Srila Prabhupada das Krishnabuch geschrieben, denn darin sind die Spiele vom Zehnten Canto mit wichtigen Erläuterungen gewebt.
Hier nun die Beschreibung des wunderbaren Krishnas aus dem ersten Band des Krishnabuches:
Wunderbarer Krsna
Die Kuhhirtenjungen und die älteren Hirten von Vrndavana waren sich weder über das allumfassende Wesen Krsnas, der Höchsten Persönlichkeit Gottes, noch über Seine unvergleichlichen spirituellen Füllen bewußt, und so begannen sie, in ihrer Unschuld über Krsnas wunderbare Taten zu sprechen, die alle menschlichen Fähigkeiten beiweitem übertreffen.
"Liebe Freunde", sagte einer der Hirten, "wenn wir einmal über Krsnas unvergleichliche Taten nachdenken, müssen wir uns doch fragen, wie es kommt, daß solch ein ungewöhnlicher Junge zu uns gekommen ist und mit uns in Vrndavana lebt. Es ist wirklich unglaublich! Stellt euch vor: Er ist erst sieben Jahre alt! Wie konnte Er den Govardhana-Hügel einfach nur mit einer Hand hochheben, genau wie der König der Elefanten mit seinem Rüssel eine Lotosblume hochhält? Es gibt nichts Leichteres für einen Elefanten, als eine Lotosblume hochzuheben, und ebenso hat Krsna ohne die geringste Mühe den Govardhana-Hügel hochgehoben. Und damals, als Er noch ein Säugling war und noch nicht einmal richtig sehen konnte, tötete Er die große Hexe Putana, indem Er ihr gleichzeitig mit der Milch die Lebenskraft aus der Brust saugte. Krsna vernichtete diesen Dämon, genau wie die ewige Zeit ein Lebewesen zu einem festgesetzten Zeitpunkt aus dem Leben ruft. Als Er nur drei Monate alt war, schlief Er einmal unter einem Handkarren, und da Er hungrig wurde und es Ihn nach der Brust Seiner Mutter verlangte, fing Er an zu weinen und mit Seinen Beinchen zustrampeln, und allein diese Tritte mit Seinen kleinen Füßen genügten, um den Karren umstürzen und auseinanderbrechen zulassen. Dann, als Er ein Jahr alt war, wurde Er vom Dämon Trnavarta entführt, der die Form eines Wirbelsturmes angenommen hatte. Als Trnavarta mit Ihm hoch in die Lüfte flog, hängte Sich Krsna einfach an den Hals des Dämons, wodurch dieser vom Himmel stürzte und am Boden zerschmettert wurde. Als Er ein anderes Mal Seine Mutter verärgerte, indem Er ihre Butter stahl, band sie Ihn an einen hölzernen Mörser. Daraufhin zerrte Er den Mörser zwischen zwei yamala-arjuna-Bäumen hindurch und riß die Bäume auf diese Weise zu Boden. Als Krsna einmal zusammen mit Seinem älteren Bruder Balarama im Wald Kälber hütete, erschien der Dämon Bakasura und wollte Krsna töten, doch Krsna riß ihm einfach den Schnabel auseinander. Dann schlich sich Vatsasura unter die Kälber, mit der Absicht, Krsna zutöten, aber Krsna entdeckte den Dämon und tötete ihn Seinerseits, indem Er ihn durch die Luft wirbelte und auf einen Baum warf. Als Krsna und Sein Bruder Balarama einmal in den Talavana-Wald gingen, griff Sie Dhenukasura in der Gestalt eines Esels an; doch auch er mußte sogleich sein Leben lassen, da Balarama ihn kurzerhand bei den Hinterbeinen ergriff und auf die nächste Palme schleuderte. Daraufhin wollten Dhenukasuras Eselsfreunde dessen Tod rächen, aber auch sie wurden von den beiden mühelos bezwungen, so daß der Talavana-Wald von da an für uns und die Tiere frei war. Auch der Dämon Pralambasura rannte in den eigenen Tod, als er sich unter die Kuhhirtenjungen mischte, denn er wurde in der Folge von Balarama erschlagen. Danach errettete Krsna Seine Freunde und die Kühe aus einem lodernden Waldbrand, und Er zwang die Schlange Kaliya, die sich im See der Yamuna eingenistet hatte, dieses Gebiet zu verlassen, wodurch das Wasser von dem tödlichen Gift dieser Schlange befreit wurde."
Ein anderer Freund Nanda Maharajas sagte: "Mein lieber Nanda, wir können uns nicht erklären, warum wir uns so sehr zu deinem Sohn hingezogen fühlen. Auch wenn wir Ihn vergessen wollten, könnten wir Ihn nicht aus unseren Gedanken verbannen. Warum nur empfinden wir eine solch natürliche Zuneigung zu Ihm? Es ist einfach unbegreiflich: Krsna ist erst sieben Jahre alt, aber dennoch haben wir gesehen, wie Er einen so großen Hügel wie den Govardhana ohne Mühe hochgehoben hat. O Nanda Maharaja, wir haben einen Verdacht; dein Sohn muß ein Halbgott sein — Er kann einfach kein gewöhnliches Kind sein! Vielleicht ist Er sogar die Höchste Persönlichkeit Gottes."
Als König Nanda die Lobreden der Kuhhirten von Vrndavana hörte, entgegnete er: "Meine lieben Freunde, als Antwort, um eure Vermutungen zu klären, kann ich nur die Prophezeiung Gargamunis wiederholen. Als Gargamuni zu mir kam, um die Namengebungszeremonie für Krsna durchzuführen, sagte er, daß mein Sohn in verschiedenen Körperfarben regelmäßig von Zeit zu Zeit erscheine und daß Er diesmal mit einer schwärzlichen Hautfarbe in Vrndavana erschienen sei und Krsna heiße. In früheren Inkarnationen sei Er nacheinander von weißer, roter und schließlich von gelber Hautfarbe gewesen. Einst sei dieser Knabe einmal der Sohn Vasudevas gewesen, weshalb Ihn diejenigen, die von Seiner vergangenen Geburt wissen, auch Vasudeva nennen. Er erklärte damals, Krsna trage entsprechend Seinen Eigenschaften und Taten viele verschiedene Namen. Gargacarya versicherte mir, daß mein Sohn für meine Familie in jeder Beziehung glückbringend sei und daß Er euch Kuhhirten samt den Kühen in transzendentale Glückseligkeit versetzen werde. Auch all die Schwierigkeiten, die in der Zukunft auf uns zukämen, würden wir durch die Gnade dieses Knaben sehr leicht überwinden. Er sagte weiter, Krsna habe früher einmal die Erde aus einer chaotischen Lage errettet und Er beschütze alle frommen Menschen vor den Gottlosen. Jeder, der so glücklich sei und Zuneigung zu Krsna gewänne, könne niemals von Feinden vernichtet oder besiegt werden. Alles in allem also gleiche Er in jeder Hinsicht Sri Visnu, der immer auf der Seite der Halbgötter steht, so daß sie niemals von den Dämonen besiegt werden können. Abschließend sagte mir Gargacarya, daß mein Sohn in jeder Hinsicht Visnu gleichkommen werde — in bezug auf Seine transzendentale Schönheit, Seine Eigenschaften und Taten, Seine Macht und Seinen Reichtum —, und wir bräuchten daher nicht erstaunt zu sein, wenn Er wundervolle Taten vollbringe. Dies war das letzte, was mir Gargacarya sagte, bevor er wieder ging. Seitdem hat jeder von uns tatsächlich mit eigenen Augen sehen können, wie dieses Kind fortgesetzt die verschiedensten Wundertaten vollbrachte. Wenn ich mir daher Gargacaryas Worte durch den Kopf gehen lasse, glaube ich fast, daß mein Sohn Narayana Selbst oder eine vollständige Erweiterung Narayanas sein muß."
Nachdem Nanda Maharaja den Kuhhirten von Gargacaryas Prophezeiungen erzählt hatte, konnten diese die wunderbaren Taten Krsnas viel besser verstehen, und so waren sie sehr erfreut und zufrieden. Sie priesen Nanda Maharaja, der ihre Unklarheiten über Krsna beseitigt hatte, und sagten: "Möge Krsna, der so unsagbar gütig, schön und barmherzig ist, uns beschützen. Als wir von den Regen- und Hagelstürmen des zornigen Indra heimgesucht wurden, hatte Er sofort Mitleid und rettete unsere Familien, unsere Kühe und unser Hab und Gut, indem Er gleich einem Kind, das einen Pilz vom Boden pflückt, den Govardhana-Hügel in die Luft hob. Auf solch wundervolle Weise rettete uns Krsna. Möge Er auch weiterhin mit Seinem barmherzigen Blick über uns und unsere Kühe wachen. Mögen wir auch weiterhin friedlich unter dem Schutz des wunderbaren Krsna leben." 
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