Endlich fertig?

Nun habe ich endlich meine Abschlussarbeit abgegeben und dabei so einige Realisationen gemacht:
Jahre über die Regelstudienzeit, schaffte ich es doch noch
Als ich vor 7 Jahren mit meinem Studium begann, dachte ich zu wissen was ich damit will, wohin ich damit will und wozu ich es tue. Doch mit den Jahren wurde mir Stück für Stück immer mehr der wahre Grund für das Studium offenbart, immer mehr verstand ich, was man eigentlich bei einem Studium lernt, was ich hier zu lernen habe, bis ich schließlich verstand, dass es gar nicht darum ging alle Begriffe der Psychologie, die politischen Theorien oder Namen von großen Philosophen zu kennen. Was ich wirklich lernen sollte, als Krishna mich in dieses Studium geschickt hatte, ist viel wichtiger und zu umfassend um es hier auszuführen! So ist es in allen Dingen im Leben: zu Beginn bilden wir uns ein genau zu wissen, was uns erwartet, was wir planen, doch erst wenn wir etwas abschließen, verstehen wir den wahren Sinn des Ganzen. So wird es auch am Ende unseres Lebens sein.
Als einen Abend vor der Abgabe mein Computer plötzlich nur noch einen lauten Signalton von sich gab und ich innerlich panisch, äußerlich starr auf den schwarzen Bildschirm starrte, realisierte ich,
wie ich auf meine Mitmenschen angewießen bin. Ohne die Hilfe von meinen Mitbewohnern Tom und Natalie, ohne all die Devotees in Chemnitz, die über Monate alle Schwierigkeiten von mir ferngehalten hatten, damit ich mich von früh bis spät in der Bibliothek einschließen konnte, wäre es für mich nicht möglich gewesen diese Arbeit zu schreiben. Ohne die Hilfe von Lydia, Tom und anderen die über Wochen und Nächte über meine Arbeit gelesen haben und ihr den letzten Schliff gegeben haben, wäre ich sicher niemals fertig geworden. Und wenn in diesem Moment der Panik, als mein PC abstürzte, nicht meine Eltern ohne zögern gekommen wären, wäre ich völlig aufgeschmissen gewesen, ohne ihre unentwegte Unterstützung, hätte ich sicher diesen Abschluss nicht geschafft. So ist es in unserem ganzen Leben, vor allem im spirituellen Leben; ohne Unterstützung von liebevollen Menschen um uns, können wir unsere Aufgaben und die Schwierigkeiten nicht überwinden!
Eine weitere Erkenntnis hat mich besonders bewegt: In dem Moment als ich meine Arbeit dem Prüfungsamt übergab setzte nicht wie erhofft die unendliche Erleichterung ein. Im Gegenteil: in diesem Moment verstand ich, dass es gar nicht die Arbeit war, die mich gestresst und genervt hat, sondern mein eigener Geist, der nicht bereit ist, seine Aufgaben mit Hingabe und Freude auszuführen, sondern statt dessen jede Aufgabe ablehnt, versucht sie rauszuzögern oder zu vermeiden... bis zum Ende meines Lebens und noch darüber hinaus, für die Ewigkeit, werde ich Aufgaben haben, an denen ich lernen kann, mit denen ich hingebungsvollen Dienst zu Krishna darbringen kann, egal ob es ein Studium ist oder die Aufgabe das Klo zu putzen oder Kartoffeln zu schneiden :-) Jede Aufgabe und Herausforderung ist eine Chanze Krishna näher zu kommen, doch so lange   ich sie nicht akzeptiere und ablehne, werde ich mich von mir und Krishna entfernen und dann entsteht "Leid" und "Stress" in meinem Kopf...
Sicher habe ich noch sehr viel mehr in meinem theoretischen Studium gelernt, doch ist es erst mal an der Zeit zu versuchen, ein paar dieser Erkenntnise in die Praxis umzusetzten. Und da ist noch einiges zu tun :-)
Euer Markandeya dasa

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