Gewusst die Hare Krishnas gab es in Deutschland schon vor dem zweiten Weltkrieg?!
Swami Bon Maharaja reiste 1934 nach England und Europa, um das Krishna Bewusstsein bekannt zu machen.
Hier ist ein interessanter Ausschnitt aus einem seiner ersten Vorträge (gehalten in der Lessinghochschule am 8. November 1934 in Berlin).
[…] Die Auffassung der göttlichen Liebe ist des öfteren unglücklicherweise gröblich mit Lust verwechselt worden. Man kann Lust und Liebe im großen und ganzen etwa so unterscheiden:
Lust ist weltlich, Liebe ist göttlich; Lust ist weltlich und veränderlich – Liebe ist transzendent und ewig; Lust spielt sich in Zeit und Raum ab; Liebe auf der seelischen Ebene im Transzendenten; Lust ist eifersüchtig, Liebe ist harmonisch. Im Reich der Lust gibt es viele Meister oder Genießer, in grober oder feinerer Form; aber im Reich der Liebe gibt es nur einen einzigen Meister oder Genießer, und alle Dinge außer Ihm sind sein Eigentum. Da Gott der einzige Empfänger ist, gibt es keine Besitzfrage.![]() |
| Der junge Tridandi Bon Swami |
Wir geben also folgende Begriffsbestimmung von der Lust und der Liebe: Ihm dienen, vom Verwandtschaftempfinden getragen, so daß Gefühl, Herz und Hinneigung der unverfälschten Seele nur die Befriedigung allein Gottes bezwecken – also nicht das Geringste dafür zurück erwartet wird – ja nicht einmal gewünscht wird, daß Gott sie annehmen möge – keine Erwiederung der Liebe zu Gott von Ihm erwartet wird – das ist Göttliche Liebe. Alles andere ist Lust.Wenn die Menschen also zu Gott um Brot, Butter oder seine Liebe beten, so handelt es sich um einen Handel. Solche so genannten Gebete machen aus Gott einen Lieferanten für unseren Bedarf – anstatt Ihm zu dienen, versuchen wir in unserer Unwissenheit, Ihn in unseren Dienst zu stellen. Das ist keine Liebe, das ist – um es klar und offen auszusprechen – nur eine andere Form von Ichsucht und Lust.
[…] Im Reich der Transzendenten begehrt die Seele also nicht nach persönlichen Wohl, sondern ist unablässig bemüht, Gott zu befriedigen, ohne dafür etwas zurück zu erwarten.
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| Ernst Georg Schulze später als Sadananda Swami bekannt gilt als der erste deutsche Hare Krishna |
Ihr Leben ist weder selbstlos noch selbstisch – es ist ganz hingegeben – ganz der dienenden, liebenden Hingabe geweiht.
Selbstlosigkeit steht über Egoismus – aber Selbst-Hingabe an Gott steht über beiden“
aus Tridandi Swami Bon (1935): Gedanken über den Hinduismus, Berlin (Seite 28 – 30).


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