Endlich ist es geschrieben worden: das Buch, das ich schon immer anderen geben wollte. Es geht um Vegetarismus oder das Essen von Tieren, wobei genau das der Titel ist: „ Tiere essen“. Der Autor, Jonathan Safran Foer, Harvardabsolvent, Bestsellerautor (Alles ist erleuchtet, Extrem laut und unglaublich nah), wird Vater, was ihn veranlasst über seine Essgewohnheiten zu reflektieren. Er steigt in eine Tierfarm ein, sichtet Statistiken, spricht mit Farmern, Schlachtern und Konsumenten. All dies verpackt er in einem locker witzigen Tonfall, der auch nicht scheut das Essen von Hunde anzuraten (in großer Zahl vorhanden, oft sinnlos entsorgt, genießbares Fleisch, nur leider in den meisten Kulturen zum Schutz und Streicheln da, und nicht zum Essen).
Seinem munteren Aufruf sind einige Schriftsteller gefolgt: Karen Duve(„Anständig essen“), startet den Selbstversuch: ein Jahr anständig essen, vegetarisch, vegan und frutarisch. Thilo Bode mit „Die Essensfälscher: Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen“. Sucht man nur einen Namen im Buchladen finden sich Unmengen recht ähnlicher Publikationen.
Zurück zu Foer:
Dieser beschreibt, dass der Schritt hin zum Vegetarismus, weg vom alt-tradierten Nahrungsmittelverzehr für ihn und seine familiäre Umgebung nicht einfach zu vollziehen war (was kocht man zu Thanksgiving). Doch durch seinen Entschluss, nicht mehr aus egozentrischen Gründen Tiere zu seinem Genuss zu töten, und seiner Entschlossenheit alte Gewohnheiten zu hinterfragen und zu verändern, kann er seinem Kind eine alternative zum „geschmacklosen Töten“ vorleben.
Das Gewohnte sichtbar machen, nach den Gründen fragen und sinnvolle Alternativen aufnehmen, kann nur der, welcher bewusst sein Leben gestaltet, Fragen stellt und nach Werten lebt. Was ist mir der Wunsch nach Frieden wert, fragt Foer, wenn ich für den Geschmack ein Lebewesen auf grausamste Weise leben und sterben lasse.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen