Gendern die vedischen Schriften?

Als ich sie so ansah wurde mir klar, das sie anders als ich sei, jedoch auch irgendwie mir gleich. Was sollte es, dachte ich mir, ich werde meinen Großvater danach fragen und schaukelte seelenruhig mit meiner Sandkastenfreundin weiter.

Nur leider konnte mein Großvater mir auch keine wirklich zufriedenstellende Antwort auf die Frage, welche ich als Fünfjähriger stellte, geben: Warum gibt es da Mädchen und Jungs? Solch eine fundamentale Trennung müsste doch einen wichtigen Grund haben.

Mein Großvater verschwieg mir die Vorteile geschlechtlicher Fortpflanzung und konnte mir auch leider nichts über die Grundprinzipien pususa und prakriti berichten.

Diese beiden Prinzipien, die weiblichen Energie prakriti und die männlichen Energie purusa (grob auch Yin und Yan), gelten jedoch nicht nur auf der materiellen Ebene.

Wenn wir den Blick durch Körper, Geist, Intelligenz und falschen Ego gleiten lassen, finden wir das was wir sind, das ewig individuelle Bewusstsein: die Seele. Fernab jeder materiellen Identifikation wie Körper oder Rolle zeigt sich die eigentliche Stimmung des Lebewesens: prakriti.

Wie nun, was soll das? Die materielle Welt lässt sich einfach in die Dualität aufgliedern: Hell und dunkel, warm und kalt, männlich und weiblich, aber auf der absoluten Ebene sind wir doch alle gleich!, oder?
Was sagen die Veden zu männlichen und weiblichen Energien?
Nein, denn es gibt, so beschreibt die Bhagavad Gita, Lebewesen und Gott. Trotz der Tatsache, dass das individuelle Lebewesen die gleiche Qualität wie Gott besitzt, hat es jedoch eine viel geringere Quantität inne. So wie ein Tropfen Meerwasser die gleichen Eigenschften wie das Meer hat, jedoch nicht das Meer ist.

So ist Krishna purusha, der Beschützende und die einzelnen Lebewesen prakriti oder die Beschützten. Auch in der Lehrer-Schüler- bzw. Mutter-Kind-Beziehung, sowie den meisten anderen Beziehungen lässt sich dieses Prinzip erkennen.

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