Classics: Die Geheimnisvolle Mail

Gauranga Ihr Lieben,

Vor einigen Tagen erreichte uns eine eigenartiger mail. Da ich denke, dass er Euch interessieren könnte, habe ich ihn euch mal beigefügt.

Nun ist das Chemnitzer Team auch wieder komplett –  Markandeya ist seit Mo wieder in Chemnitz. Zum freitäglichen Fest laden wir euch herzlichst ein. Sadbhuja Prabhu aus Leipzig wird mit vielen begeisterten Bhaktas kommen. Wir freuen uns auf euch.

So, nun zu der mail:
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Liebes Team vom Bhakti Yoga Zentrum Gauranga,

In der vorletzten Nacht stieß mir etwas wirklich seltsames zu. Irgendwie kann ich nicht schlau daraus werden. Was war das alles?
Vielleicht könnt ihr euch besser einen Reim auf diese sonderbare Begebenheit machen.

Wie einige Male zuvor traf ich mich mit einem Mann, den ich über eines dieser Internetnetzwerke kennengelert habe. Er schien mir außerordentlich interessant, so ganz anders als die meisten anderen, voller Witz, Charme und Klasse. So wollten wir uns in einem kleinen Cafe namens Minuit treffen. Den ganzen Tag bereitete ich mich auf dieses Treffen vor und auf die Sekunde genau stand ich vor den Türen des besagten  Lokals und wartete auf mein Date. Wenige Augenblicke nachdem die letzten Töne der Turmuhr ausgeklungen waren, ging ein Mann, die nur von wenigen Laternen beschienende Straße hinab, direkt auf mich zu. Wird er es sein? Mein Herz begann laut gegen meinen Brustkorb zu drücken, als er wenige Schritte vor mir stehen blieb. Seine tiefschwarzen Augen schienen in das innerste meines Wesens zu blicken, während er mich mit seiner warmer Stimme herzlich begrüßte und durch die Tür führte. Er hatte einen in einer gemütlichen Ecke gelegenen Tisch bestellt, an diesen ließ er mich mit aller Höflichkeit Platz nehmen. Er wusste wirklich was sich gehört. Nachdem er meinen Mantel und seinen dunklen Trenchcoat der herbei eilenden Bedienung gegeben hatte, setzte er sich mir mir gegenüber.

„Was möchtest du trinken? Die Cocktails hier entsprechen wirklich noch den Vorstellungen eines Cocktails, im Gegensatz zu denen anderen Lokalitäten.“
„Ehrlich gesagt würde ich gerne etwas essen wollen, du etwa nicht?“

Wir bestellten, ich ein französiches Frühstück mit Croussant und Milchkaffee. Er bevorzugte ein Kalbssteak unter einem bunten Ragout.

Die üblichen Belanglosigkeiten brachten wir ziemlich schnell hinter uns. Er war so etwas wie Unternehmensberater, er half Leuten aller Schichten das für sie Beste zu unternehmen um das Maximum zu erreichen. Dabei benutzte er, wie er ausführte, immer auch mal unortodoxe Methoden.

Während wir so sprachen ließ er einen kleinen goldenen Würfel von Finger zu Finger gleiten. „Ja, das war ein Geschenk eines Geschäftskunden, ein Spielchen hübsche Dame?“ So recht wusste ich nicht auf was er hinaus wollte, doch der dunkle Rote hatte schon ganze Arbeit geleistet. Ich willigte ein. „Wenn sie gewinnen helfe ich ihrer Mutter den Kredit auf ihr Haus los zu werden, wenn ich gewinne, zeige ich ihnen heute Nacht noch die wunderschönste Aussicht auf diese Stadt.“ Irgendwie war er wirklich anders. Wer würde ihm wiederstehen können, ich hatte ein wirklich gutes Gefühl mit ihm. War er es den ich schon so lange suchte? Irgendwie wusste er was ich wollte, um diese Wünsche wollte er mit mir spielen. Ich willigte ein. Die ersten beiden Würfe waren sechsen, dann kam die Bedienung und brachte das Besteck. „Weisst du wir spielen später weiter, nach dem Essen, lass uns die Spannung noch ein wenig auskosten.“

Sein weißes Fleisch wurde gebracht, kurz darauf folgte mein Früstück. Ich liebe Milchkaffee. „Ist Fleisch normalerweise nicht rot?“, fragte ich als mein Blick auf seinen Teller fiel. Langsam führte er ein dreieckiges Stückchen in Richtung seines Mundes, ließ es kurz vor diesen stoppen, schloss die  Augen neigte den Kopf ein kleines Stück nach vorn und roch. „Wenn Kälber ihre 22 Lebenswochen fast ausschließlich ohne Licht und ohne Bewegungsmöglichkeiten verbringen erreicht ihr Fleisch einen Geschmack der mit nichts verglichen werden kann.“ „Manche sagen“, fügte er mit einem sanften Lächeln hinzu, „dass nur noch Neugeborene besser schmecken“. Er lies die Gabel auf den Tellerrand niedersinken, nahm ein kleines Fläschchen zur Hand, „Nur zur Erfrischung“ Wie er das alles einfach so machen konnte.

Ich bat die Bedienung an unseren Tisch und bestellte Magarine, da ich Butter seit meiner Kindheit nicht wirklich mochte. „Keine Butter, was soll aus den ganzen Kühen werden, wenn du keine Butter isst“, setzte er bei. Was solls, ich kann es mal versuchen, was hatte ich mich auch so damit. Wenn er  dies so sah, in den anderen Dingen lag er doch auch richtig.

Die Kellnerin kam langsam zu unserer Ecke. „Entschuldigen sie bitte, wir haben leider nur noch die Rama. Meinem so angenehmen Beigesellen stand mit einem Mal die Panik ins Gesicht geschrieben.  Ich nahm die Dose, besah sich ihr, es war eine schlichte Dose. „Liegt es an der Rama, was hast du?“ fragte ich verwirrt. Er schnellte den umkippenden Stuhl nicht beachtend auf und stürmte er aus dem Lokal. Seinen herben Duft fand ich auf einer Karte in seinem Mantel wieder. Kila war sein Name.

Was denkt ihr darüber?

Liebe Grüße aus dem sonnigen ####### (man muss nicht alles wissen)

Eure ######### #########
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In der nächsten Woche erfahrt ihr was wie ihr geantwortet haben.
Eine schöne Woche und die besten Wünsche

ED Tom

„Das ist ja nicht normal was ihr hier veranstaltet!“, sagte er und sah mich mit großen Augen an. Im Hintergrund sangen und tanzten Devotees vor Jagannath.

Normal? Normal! Was ist schon normal?
Das Wörterbuch verrät uns dass das deutsche Wort vom lateinischen Wort normalis entlehnt ist, welches der Regel nach oder nach dem Winkelmaß bedeutet.

Die Regel sieht aber anders aus als wir annehmen würden. Sicher man nimmt an, wenn man einen Blick auf die Fußgängerzone wirft, dass die wenigsten wirklich Krishnabewusst sind. Doch wer einen weiteren Blick riskiert und auch die Schriften zur Hand nimmt, bekommt ein anderes Bild: Die meisten Lebewesen sind nämlich Krishnabewusst. Ebenso ist die spirituelle Welt weitaus größer als die materielle Welt.

Was ist nun die Regel und was die Ausnahme?

Wir freuen uns am Freitag Gopati Prabhu und Mohini Prabhu aus Jena bei unserem Fest zu begrüßen. Sie werden uns an ihrem Wissen auf eigene humorvolle Weise teilhaben lassen.
Wir freuen uns auf euch.

Die besten Wünsche

eD Bhakta Tom

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